Pferdeprobleme

Pferdeprobleme am Boden

Scheuen, Kopfscheu (Trensen-/Anbindeprobleme)

Das Begehen von Hindernissen im Lernparcours übt Selbstbewußtsein und Balance. Brenda bei ihrem ersten Versuch auf dem Treppenpodest

Das häufige Scheuen oder Wegspringen des Pferdes vor furchteinflößenden Gegenständen, flatternden Bändern oder Planen sowie auch Geräuschen kann (mit Ausnahme noch ganz „roher“ Pferde) auf mangelndes Vertrauen und Führigkeit zurückgeführt werden (sofern eine Erkrankung der Augen, Ohren, des Genicks sowie innerer Organe des Kopfes ausgeschlossen wurde). Natürlich gilt auch hier: Pferde mit viel „Nerv“ reagieren schneller und öfter auf solche äußeren Reize, als von ihrer genetischen Veranlagung her gelassenere Pferde. Zudem gibt es solche, die sich grundsätzlich nicht so gerne anfassen lassen. Die Kopfscheu kann – wenn nicht krankheitsbedingt, z.B. durch eine Ohrerkrankung - auf ein negatives Erlebnis des Pferdes zurückzuführen oder auf eine wesensmäßige, besondere Vorsicht des Tieres begründet sein. Pferde mit dieser Problematik neigen dazu, sich beim Auftrensen zu wehren oder auch, sich im Halfter aufzuhängen (bitte denken Sie an Folgeschäden im Genickbereich, die sich in Widersetzlichkeiten beim Reiten zeigen!).

Das Scheuen oder Wegspringen eines Pferdes kann vielfältige Ursachen haben, die nicht leicht herauszufinden sind: das Pferd scheut an bestimmten, optischen Hindernissen wenn es geführt wird oder nur beim Reiten, oder es entwickelt eine Art Angst vor den Ecken der Reitbahn (was sich oft stärker beim Reiten zeigt und weniger beim Führen). Um es vorweg zu nehmen: wer hier den reiterlichen Druck auf das Pferd vor und in der jeweiligen Ecke erhöht, kann das Problem sehr schnell verstärken, anstatt es zu lösen! Gerne helfe ich Ihnen mit entsprechenden Maßnahmen im Reitunterricht.

Pferden, die beim Führen zu Scheuen und Wegspringen neigen, hilft die ruhige Führ- und Bodenarbeit im Tellington-Lernparcours (ansonsten siehe im Abschnitt: Reiten). Besonders die Hilfestellung durch die weiße Tellington-Führgerte gibt Mensch und Pferd klare Signale und einen sicheren Rahmen vor.

Ist ein Problem auch beim Reiten vorhanden, sollten die angeleiteten Übungen im Tellington-Lernparcours unbedingt vom Reiter selbst ausgeführt werden, da eine Übertragung vom Boden zum Reiten hin stattfindet. Auch die Konzentration wird verbessert: Pferde, die sich aus der konzentrierten Zusammenarbeit gerne „ausklinken“, sind weniger kontrollierbar. Gezielte Bodenarbeit entwickelt und stärkt auf Dauer die hierfür benötigte Konzentration und Bereitschaft des Pferdes, mitzuarbeiten. Diese Führtechnik ist im übrigen auch besonders geeignet für Pferdebesitzer, die sich beim Führen ihres Pferdes unsicher fühlen. Der Mensch lernt, seine Körperposition als Sprache fürs Pferd klar und verständlich einzusetzen und seiner Rolle als „Führender“ gerecht zu werden (Frage: wer führt wen? Oder: wer bewegt wen?)

Für die kopfscheuen Pferde und jene, die sich schlecht trensen lassen, den Kopf dabei hochnehmen und/oder das Maul zubeißen, gibt es wirksame T-Touches (Maul- und Ohrenarbeit, Hals- und Genickentspannung), die mit der Zeit wieder das Vertrauen herstellen und die erwünschte Losgelassenheit fördern. Für Pferde, die beim Reiten Angst vor entgegenkommenden Pferden haben und dann Umdrehen, sind Übungen im Hinblick auf mehr Körpergefühl und vor allem die Stärkung des Selbstvertrauens und des Selbstbewußtseins notwendig. Entsprechende Unterstützung für den Reiter gibt es im Reitunterricht.

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Ohrenanlegen, Sattelzwang (Probleme beim Satteln)

Viele Pferdebesitzer kennen beides in Kombination: das Pferd wird gesattelt und legt dabei die Ohren an. Eine ursprünglich dem Artgenossen geltende Drohgebärde, nämlich das Ohrenanlegen, wird verknüpft mit dem Sattelvorgang, der als unangenehm oder schmerzhaft empfunden wird. In der Pferdesprache wird das Ohrenanlegen benutzt, um den Anderen zu warnen – hörst Du nicht auf, greife ich zu weiteren Maßnahmen, wie zum Beispiel: Beißen oder Austreten. Die meisten Pferde belassen es bei der Vorwarnung. Sollte sich das abwehrende Verhalten beim Satteln auffällig verstärken, ist an eine akute Schmerzquelle zu denken. Diese kann mit der mangelnden Passform des Sattels oder mit einer Erkrankung im Rücken, der Gurtlage (dem Brustbein) oder innerer Organe (zum Beispiel dem Magen!) zu tun haben. Dann sollte zunächst ein Tierarzt und/oder Sattler hinzugezogen werden. Gleichzeitig bewirken T-Touches die Schmerzlinderung im Rücken sowie die Rückführung des Schmerzgedächnisses.

Eine weitere Steigerung stellt der Sattelzwang dar. Besonders rohe und junge Pferde benötigen eine sensible und rücksichtsvolle Behandlung sowie schrittweise Gewöhnung beim Sattelvorgang. Das Schließen des Gurtes kann bei sensiblen oder ängstlichen Pferden, die nicht ausreichend vorbereitet wurden, Panik auslösen. Dies kann dazu führen, dass das Pferd unmittelbar nach dem Aufsitzen des Reiters steigt, oder losrennt und/oder buckelt, um seiner Angst Luft zu machen. Die Redewendung sagt es schon: das Ganze hat auch mit der Atmung zu tun, die im Schreckmoment an- und dann festgehalten wird. Dabei werden die unteren Bauchmuskeln extrem zusammengezogen und der Rücken wölbt sich auf. Leider erinnert sich ein Pferd an eine so panikbehaftete Situation meist sehr lange, so dass besondere Maßnahmen notwendig sind, um das verlorene Vertrauen wiederherzustellen. Die schrittweise Vorbereitung junger Pferde im Tellington-Lernparcours führt dazu, dass sie spannungsfrei angeritten werden können. Lassen Sie es also erst gar nicht zu Problemen kommen.

Sind allerdings schon Probleme vorhanden, können zahlreiche manuelle Tellington-Techniken vom Brustbereich bis hin zur Schweifrübe dem Pferd Linderung verschaffen und so sein Verhalten konstant verbessern. Das geschieht über das Lösen von Verspannungen, Angst und angehaltener Atmung. Desweiteren trainiere ich mit Ihrem Pferd einen angstfreien Aufsteigevorgang sowie angemessenes Satteln.

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Rückenschmerzen (Folge: Rittigkeitsprobleme)

Körperbänder helfen Cardorne, ihre Lahmheit durch ihr Körpergefühl zu verbessern

Auch, wenn Ihr Pferd zu Rückenschmerzen neigt, kann uns die Tellington-Arbeit sehr erfolgreich weiterhelfen. Gleich, woher die Probleme kommen, ob von Blockaden der Wirbelsäule, Kissing Spines, einer schiefen Hüfte sowie Kreuz-Darmbein-Problemen oder Problemen im Bereich der Lendenwirbelsäule. An all diesen Partien können wir direkt oder indirekt lösend, helfend und schmerzlindernd Hand anlegen bzw. positiven Einfluss auf die Beweglichkeit nehmen. Lassen Sie sich die verschiedenen Techniken und Handgriffe von mir zeigen. Sie können lernen, Ihrem Pferd selbst zu helfen. Und dabei – falls notwendig - den Tierarzt, den Chiropraktiker oder Osteopathen zu unterstützen. Viele Rittigkeitsprobleme und Widersetzlichkeiten rühren vom Rücken her (siehe Probleme beim Reiten). Pferde, die chronische Schmerzen haben, sind verständlicherweise nicht leistungsbereit. Gehen Sie der Sache auf den Grund, wenn Sie etwas derartiges vermuten. Passen Sie das Training bzw. die Bewegung unbedingt an die aktuellen Möglichkeiten Ihres Pferdes an.

Auch die Art und Weise des Reitens spielt natürlich eine große Rolle bei rückenempfindlichen oder –geschädigten Pferden. Durch meinen Reitunterricht nach den Grundlagen des Centered Riding bringe ich Sie in diejenige Balance, die ihr Pferd braucht, um Sie als nicht störenden und „leichten“ Reiter zu empfinden! Wie wir durch Untersuchungen wissen, spielt nicht das absolute Reitergewicht, sondern die Verteilung des Gewichts im Sattel eine viel erheblichere Rolle auf die Belastung des Pferderückens. Ganz nebenbei ist das Reiten in Balance und Beweglichkeit mit einem neutralen Becken auch für Ihren Rücken und Ihre Bandscheiben die verschleißärmste Haltung.

Ein leicht und balanciert einsitzender Reiter schont auch den eigenen Rücken vor Verkrampfung und Druck auf Bandscheiben

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Zwicken, Beißen

Das Zwicken oder Beißen bei einem Pferd ist in leichterer Form lediglich lästig, in der heftigeren aber wirklich gefährlich. Das Beißen kann unterschiedliche Ursachen haben.

Zunächst ist einmal durch einen Tierarzt auszuschließen, dass das Pferd chronische, starke Schmerzen hat, die in derartige Aggressivität münden. Auch ein bestehender oder zeitweiliger Futtermangel kann ein solches Verhalten auslösen, genauso wie Haltungsstress in der Box (zu eng, unpassender Nachbar, zu unruhig, zu langes Stehen).

Ansonsten kann die Ursache für das Zwicken/Beißen ein Mangel an Respekt gegenüber dem Menschen sein. Besonders häufig ist es anzutreffen bei Hengsten, die durch ihren erhöhten Hormonspiegel einfach ein stärkeres Aggressionspotential haben.

Sehr häufig ist das Zwicken eine übergriffige Art des Bettelns nach Futter, die vom Pferdehalter fälschlicherweise (ohne es zu wollen) durch unsachgemäßes Füttern von Leckerli gefördert und angewöhnt wurde – und nun wieder verlernt werden soll.

Nach einer Analyse der möglichen Ursachen für dieses schlechte Benehmen können verschiedene Techniken zum Einsatz kommen: neben der Einschränkung der Handfütterung gibt es spezielle Maularbeit, unterstützende Bandagen, allgemein beruhigende manuelle Techniken sowie konzentrierende, spannungsabbauende Bodenarbeit. Ganz wichtig: die notwendige Individualdistanz von Pferd und Führendem darf nicht unterschritten werden. Ich unterstütze Sie beim Erlernen dieser Faktoren zur Abhilfe bei o.g. Schwierigkeiten.

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Nervosität, Übersensibilität / Insensibilität

Der Grad der Nervosität eines Pferdes ist genetisch bedingt. In den letzten Jahren wurden die Warmblutlinien Europas häufig mit Vollblutanteilen gekreuzt, so dass die erwünschte Leichtigkeit beim Reiten mit einer schnelleren nervlichen Erregung/ Reizbarkeit einhergeht. Bei solchen hochsensiblen Pferden ist höchste Wachsamkeit gepaart mit einem ausgleichenden Gemüt vom Menschen gefordert. Sie „verzeihen“ auch meist nicht so leicht „Fehler“, wie man im Pferdejargon sagt.

Das heißt, negative Erlebnisse werden von diesen Pferden besonders schnell und ohne viele Wiederholungen abgespeichert. Oft reicht ein einziges Mal. Wie der Mensch, so möchte auch das Pferd die Wiederholung eines negativen Erlebnisses vermeiden. So etwas kann sich schnell aufschaukeln und dazu führen, dass ein Pferd gewisse Situationen gänzlich verweigert, wie zum Beispiel Hängerverladen, In-die-Waschbox- oder Unters-Solarium-Gehen, eine Spritze bekommen, und so weiter.

Und dann gibt es Pferde, die jegliche Sensibilität missen lassen und gegen alles unempfindlich scheinen (Hyposensibilität). Der Umgang mit diesen Pferden ist nicht einfach, denn sie lernen meist auch langsamer. Hyposensibilität kann man zum Beispiel über die Hautempfindlichkeit erkennen. Diese Pferde reagieren im Vergleich deutlich herabgesetzt auf Berührungen mit der Hand, Putzzeug oder speziell der freundlichen Arbeit mit der Tellington-Gerte – gerade an den Beinen, wo eine gewisse Sensibilität erwünscht wäre. Es ist sehr wichtig, dass ein solches Pferd lernt, sich zu fühlen und zu spüren – bis hin zu den Hinterbeinen und der Schweifrübe, was diesen Pferden oft schwer fällt.

Vorsicht ist geboten bei Pferden, die sich zum Selbstschutz ein scheinbar „dickes Fell“ zugelegt haben und darum bisweilen störrisch oder abwesend (eingefroren) wirken. Ihre Reaktion deutet auf eine Überforderung hin, bzw. ein Nicht-Verstehen dessen, was von ihnen verlangt wurde. Anstatt sich zu wehren, frieren sie nach außen ein und lassen kaum noch eine Kontaktaufnahme zu: weil sie den Menschen nicht verstehen, schotten sie sich ab. Sie werden dann fälschlicherweise für unsensibel gehalten, was sie aber keineswegs sind! Ihre Art, sich zu wehren, ist lediglich eine andere: sie ziehen sich in sich zurück. Hier kann Tellington-Arbeit mit etwas Geduld ganz hervorragende Dienste und ausgezeichnete Resultate liefern!

In allen Fällen (Übergänge dazwischen sind wie immer fließend) muss also der Pferdetyp betrachtet und analysiert werden, um jedem Pferd das zu geben, was es braucht und was ihm wirklich fehlt. Das Ziel ist es, uns an die körperliche, geistige und emotionale Balance der Mitte anzunähern – gleich, von welcher Seite!

Eine entspannte Runde im Freien nach getaner Arbeit macht Freude und motiviert

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Unausgeglichenheit (strikte Boxenruhe)

Viele Pferdebesitzer kennen (und fürchten) es: das Pferd bekommt aufgrund einer Operation, einer schweren Verletzung oder Lahmheit eine längere Zeit der Boxenruhe verordnet. Es langweilt sich dort, reagiert genervt oder ist unausgeglichen. Was kann ich tun - außer das Pferd zu putzen - um es zu beschäftigen und für geistigen Ausgleich zu sorgen?

Neben den bekannten Ablenkungen, wie zum Beispiel Spielbällen (verlieren schnell an Attraktivität), gibt es im Rahmen der Tellington-Methode und darüber hinaus eine Reihe von Möglichkeiten, wie das Pferd in der Box oder auf dem Putzplatz stehend gearbeitet und beschäftigt werden kann. Die Übungen sind sowohl körperlich und geistig entspannend (auslastend), als auch physiologisch wertvoll. So kann eine Trainingspause sinnvoll genutzt werden, um den Körper aus Fehlhaltungen und Verspannungen zu lösen und ihn besser auszubalancieren. Do it yourself: viele Griffe sind leicht erlernbar und können – nach einer Anleitungszeit – täglich vom Besitzer selbst ausgeführt werden!

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Scharren, Koppen, Weben

Die Ursache für eine unerwünschte Angewohnheit, wie zum Beispiel das Scharren des Pferdes mit den Hufen über den Boden, ist meist auf zwei bis drei typische Ursachen zurückzuführen. Erstens: akute Unausgeglichenheit des Pferdes hinsichtlich Bewegungsdrang, zweitens: Veranlagung des Tieres zu Nervosität/innerer Unruhe, drittens: Betteln des Pferdes um Futter oder Aufmerksamkeit (angelerntes Verhaltensmuster).

Natürlich kann es auch eine Kombination sein. In jedem Fall muss zunächst versucht werden, die individuelle Ursache herauszufinden.

Im Anschluss daran empfehle ich Maßnahmen, die entweder auf den Ausgleich, auf die Beruhigung und Entspannung des Pferdes ausgerichtet sind, oder auf eine Verhaltensumkehr: das Verlernen der schlechten Angewohnheit.

Der Pferdebesitzer wird von mir angeleitet, um das unerwünschte Verhalten seines Pferdes selbständig zu reduzieren und das erwünschte Verhalten zu fördern. Info: Beim Scharren um Futter ist die Mitarbeit der im Stall fütternden Person notwendig.

Die Ursache für das Koppen eines Pferdes wird in unterschiedlichen Auslösern vermutet: Frustration durch Trennung von der Mutter, von einem liebgewonnenen Artgenossen oder Pferdebesitzer, einem Stallwechsel, zu wenig Futter oder zu wenig Beschäftigung (Langeweile). All diese Faktoren können kurz- oder längerfristig frustrierend auf das Tier eingewirkt haben, so dass es versucht, den dadurch entstandenen Stress durch eine stereotype (immer wiederkehrende) Handlung abzubauen. Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass beim Koppen die Herzfrequenz leicht abfällt, es wirkt also offensichtlich beruhigend. Wie es scheint, besteht zum Koppen eine genetische Veranlagung, die durch o.g. Auslöser in Gang gesetzt und dann kaum mehr verlernbar ist. Neuere Forschungen belegen, dass Kopper nur halb so viel Zeit im Stehschlaf verbringen, wie Nichtkopper. Das bedeutet, dass Kopper innerlich dauerhafter angespannt sind, und sie deutlich kürzere Entspannungszeiten haben, als nichtkoppende Pferde. Dies spricht für eine erhöhte Stress- und Krankheitsanfälligkeit, auch der Verdauungsorgane, aufgrund verminderter Regenerationsphasen des Körpers. Um so wichtiger ist es, gerade diesen Pferden den Weg in die Entspannung mit sanften Tellington-Methoden zu vermitteln.

Beim Koppen setzt das Pferd auf eine feste Unterlage auf, spannt die Kehle an und zieht mit einem lauten Kehlkopfgeräusch Luft ein. Oder es koppt sogar in der Luft, was man als Freikoppen bezeichnet. Früher wurde versucht, das Koppen mit einem sogenannten Kopperriemen zu verhindern, um das Pferd vermeintlich vor Koliken zu schützen. Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte Kopper-OP. Wie man heute annimmt, scheint gerade dieses „Verhindern“ den Stress und die Frustration für das Pferd nur noch zu erhöhen: die innere Spannung kann nicht mehr abgebaut, das (kurzfristig) beruhigende Koppen nicht mehr ausgeführt werden. Es handelt sich um ein Suchtverhalten, das etwa mit Fingernägelkauen beim Menschen vergleichbar ist. Lässt ein Mensch das Nägelkauen aus gesellschaftlichen oder ästhetischen Gründen, sucht sich die Nervosität meist ein anderes Ventil, zum Beispiel Beinwippen, Fingertrommeln, Rauchen oder ähnliches.

Vorsicht: die Kolikneigung des Koppers ist zwar ausgeprägt, dennoch muss stets unterschieden werden, was die Ursache für eine Kolik im Einzelnen war – andere Pferde bekommen ja auch Koliken! Die Ursache könnte also genau wie bei diesen eine Fütterungsthematik, das Wetter/der Kreislauf, zu viel Aufregung/ Haltungsstress usw. sein.

Ist das Koppen erst einmal erlernt, kann es kaum wieder verlernt werden. Das heißt mitnichten, dass hier kein Handlungsbedarf besteht! Koppen ist ein Hinweis dafür, dass das Pferd irgendwann aus der mentalen Balance geraten ist. Diese gilt es so gut wie möglich, wiederherzustellen. Auch wenn das unerwünschte Verhaltensmuster sich schnell zu einer Stereotypie entwickelt – das heißt, auch dann ausgeübt wird, wenn gar kein besonderer Anlass mehr da ist – sollten gerade solche Pferde einen besonders fürsorglichen Umgang genießen und unnötiger Stress vermieden werden.

Das Weben, ein seitliches Hin- und Herschwanken des Pferdes auf der Vorhand mit weiter Kopfbewegung zumeist an der Boxentüre, besitzt vermutlich ganz ähnliche Ursachen oder Auslöser, wie das Koppen. Der größere Bewegungsimpuls beim Weben weist auf ein erhöhtes Bewegungsbedürfnis hin. Um dies auszugleichen beziehungsweise, um sich zu beruhigen, wird der Kopf, genauer das Gehirn, geschaukelt. Dies führt zur Ausschüttung beruhigender Botenstoffe – genauso wie Babys im Kinderwagen oder auf dem Arm geschaukelt werden, bis sie davon müde sind und einschlafen.

Wie bei allen Verhaltensproblemen ist es bei Koppern und Webern positiv, die Ursache für ihr Verhalten herauszufinden – wenn es gelingt. Auf jeden Fall aber kann ihre Lebenssituation durch zahlreiche Maßnahmen, die ich mit Ihnen als Besitzer erarbeite, gebessert und ihr Leiden gelindert werden.

 

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Mangel an Konzentration (Außenorientierung)

Ein unkonzentriertes Pferd ist eindeutig schwerer zu führen und zu reiten als ein konzentriertes. Der Grund für die leichte Ablenkbarkeit liegt eventuell in der Veranlagung, das heißt, es handelt sich um ein nervigeres Pferd, oder es liegt am Alter, denn jüngere Pferde können sich per se noch nicht so lange konzentrieren. Oder sehr häufig: das Pferd hat einfach vom Menschen nie gelernt, sich auf ihn in der vertrauensvollen Zusammenarbeit zu konzentrieren.

Nach der Analyse der Ursache für diesen Mangel können wir mit der Tellington-Methode hervorragende Dienste leisten. Sowohl durch die manuelle Arbeit (T-Touches) als auch durch die konzentrierte Bodenarbeit im Lernparcours. Wie Gehirnstrommessungen am Menschen gezeigt haben, ist konzentriertes Lernen an eine bestimmte Frequenz von Gehirnwellen gebunden, die nur in einem ruhigen, entspannten Zustand (extrem gut: beim Meditieren) erzielt werden. Ruhe und Gelassenheit sind darum die wichtigste Voraussetzung für den Umgang mit Ihrem Pferd.

In der Bodenarbeit können Mensch und Pferd durch ruhige Übungen lernen, wie sie sich gemeinsam und aufeinander konzentrieren. Wenn gegenseitiges Vertrauen vorhanden ist, benötigen wir dazu auch keine Dominanz. Ablenkung von außen verliert sich spielerisch, wenn die Beschäftigung adäquat, das heißt für das Pferd nachvollziehbar, interessant und stressfrei bleibt. Das Pferd lernt dadurch, motiviert mitzuarbeiten - und nicht ständig hilfesuchend nach draußen zu schielen.

Auch beim Fahren vom Boden aus kann ein Pferd trotz Distanz zu seinem Führenden konzentriert und gestellt bleiben
Die Lernschritte müssen für das Pferd nur klein genug aufgebaut werden, um ans Ziel zu gelangen

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Pferdeprobleme beim Reiten

Klemmen (Knirschen)

Das Klemmen des Pferdes ist in der Regel eine Folge von ein bis drei Faktoren beim Reiter: zu viel Handeinwirkung („Rückwärts reiten“) und/oder Klemmen mit den Beinen und/oder Sitzen mit einem festgestellten, unbeweglichen Becken. In meinem Reitunterricht unterrichte ich die Schüler zu vorwärts gerichtetem, An-die-Hand-heran-Reiten über einen geerdeten Sitz, über Balance, Zentrierung und in den Gelenken beweglich mitgehenden Körper. Mit zahlreichen Übungen aus dem Centerd Riding, Kopf-Bildern, Passiv-Lockerungen, auch mit Franklin-Bällen und Bodenhindernissen, unterstütze ich die Losgelassenheit der Reiter-Beine, -Arme und des Beckens. Nicht zu vergessen: auch Erdung, Atmung und Blick werden geschult.

Die Trense wird so locker verschnallt, dass das Pferd frei Atmen, Kauen und Schaum bilden kann (Ohrspeicheldrüse!). Dadurch löst sich meist auch das Knirschen, besonders mit Unterstützung des Reitens aus dem anatomisch richtigen Sitz heraus (ohne Kreuz-Schieben oder Beinklemmen als Anheizer für das Knirschen). Nur ein tätiges Maul ist ein losgelassenes Maul. Verspannungen im Maul treten gleichzeitig immer mit Verspannungen des Körpers auf.

Hauptproblem, auch beim Zunge über das Gebiss-Ziehen: viele Reiter spüren nicht, dass sie ihr Pferd rückwärts reiten. Und in der Folge mangelt es ihnen an Möglichkeiten, wie sie das Abstellen könnten. Mit einem anatomisch richtigen und ausbalancierten, pferdefreundlichen Sitz gelingt es Ihnen in meinem Reitunterricht, Ihr Pferd „von hinten nach vorn“ an die Hilfen zu stellen. Denn mein Ziel ist es genauso, das Pferd im Rahmen der Ausbildungsskala zu fördern. Dazu muss aber der Reiter erst einmal in die Lage versetzt werden. Das gelingt unter Zuhilfenahme der Techniken aus dem Centered Riding. Und natürlich müssen wir das Pferd mit auf diese Reise nehmen!

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Kopf Hochnehmen, Kopf Hochreißen

Auch das Kopf Hochnehmen ist (wenn nicht Zahnprobleme oder eine falsches Gebiss oder Verschnallung der Trense vorhanden sind) eine Folge von zu harter Hand. Viele ungünstige Handhaltungen wie heruntergedrückte Hände, durchgedrückten Ellenbogen, verdeckte oder verkrampft gehaltene Fäuste begünstigen diese Abwehrreaktion des Pferdes, die sich bis hin zum Kopf Hochreißen auswachsen kann. Wenn das Pferd dabei noch klemmt, ist das ein Warnsignal, denn es ist von hier nicht mehr weit zum Steigen. In diesem Fall müssen viele Maßnahmen gleichzeitig ergriffen werden, die das Pferd von Anfang an wieder zu Vertrauen (besonders auch zum Gebiss), Gehfreude, Kooperation und zur Losgelassenheit bringen.

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Weg-Eilen

Häufig ist es so, dass Pferde, die ihrem Reiter zu eilig waren, mit der Hand rückwärts geritten wurden und nun klemmen. Löst der Reiter nach und nach das Problem, wird sich möglicherweise wieder das Eilen des Pferdes zeigen (auch aus Gründen der horizontalen Balance). Um so mehr erfordert es nun einen Reiter, der sein Pferd aus dem Sitz heraus reiten kann und nicht aus der Hand. Gerne unterstütze ich Sie mit den oben genannten Sitzverbesserungen für einen funktional richtigen Sitz, der ihrem Pferd hilft, bei Ihnen zu bleiben und nicht unter dem Reiter wegzueilen. Natürlich unterstützen hier wertvolle Bodenhindernisse und dressurmässige Lektionen das Lernen von Pferd und Reiter. Takt und Tempo sind wichtig für das Wohlfühlen von Reiter und Pferd!

Auch die Arbeit an der Hand vor dem Reiten leistet hervorragende Dienste. Diese Handarbeit ist nicht schwierig und kann praktisch von jedem relativ rasch erlernt werden. In meinem Unterricht erfolgt vor jedem Reiten eine Aufwärmphase mit dem Pferd an der Hand. Der Blick wird geschult und der Körper wärmt sich auf.

Das Pferd schreitet ruhig und gleichmäßig in Stellung unter seiner zentriert sitzenden Reiterin, die lediglich die Füße zu weit eingedreht hat und dadurch geringfügig Spannung erzeugt

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Plötzliches Abwenden / Scheuen

Das plötzliche Umdrehen, Kehrtmachen, Abwenden ist meiner Erfahrung nach zunächst eine wirkliche Angstreaktion des Pferdes. Wenn diese Angstreaktion durch den Reiter entweder verstärkt (Angst, Zorn, Wut) oder nicht entsprechend korrigiert werden konnte, wird daraus ein gewohnheitsmäßiges, u.U. lästiges oder gefährliches Muster.

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Durchgehen

Ganz ähnlich ist es mit dem Durchgehen eines Pferdes: Aus der sinnvollen Fluchtreaktion des Fluchttieres Pferd wird ein hartnäckiges Problem, das vom Pferd strategisch eingesetzt wird. Häufig entlädt das Pferd mit diesem Verhalten zuvor angesammelte Spannungen. Das kann sich auch in Buckeln äußern. Das, was viele als Widersetzlichkeit bezeichnen, ist viel mehr eine Verzweiflungstat, als ein bewusstes Auflehnen. Das Pferd setzt dieses Verhalten als Mittel ein, um sich dem Reiter zu entziehen. Viele fragen dann nach dem WARUM...

Die Auflösung des Prozesses kann nur sehr vorsichtig und schrittweise erfolgen und benötigt Wille, Zeit und Geduld seitens des Besitzers. Konsequente Führung, konzentrierte und verständliche, also erfreuliche Arbeit im Vorwärts, ohne Druck und Aufladung von Spannung, muss auf diesem Weg gefunden und schrittweise zusammen mit dem Reiter trainiert werden. Das Pferd benötigt Freiheit zum Kauen, Platz zum Atmen und positive Gedanken, um eine Reitstunde freudig mitarbeiten zu können. Wir müssen das Ganze aus der Sicht des Pferdes betrachten. Es sind wirklich sehr viele Faktoren, die zusammenkommen und stimmen müssen, damit ein Reitpferd motiviert ist. Ich helfe Ihnen sehr gerne auf diesem Weg, es lohnt sich!

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Einseitigkeit, Schiefe, fester Hals/feste Zügelseite

Jedes Pferd ist von Geburt an schief, das eine mehr, das andere weniger. Durch Blockaden und andere Verletzungen wie Bänderzerrungen, die beim Tollen und Toben oder durch Unfälle entstehen, kann die Schiefe sich verändern und/oder verstärkt werden. Beginnen wir später, das Pferd zu reiten, so ist es unsere Pflicht, das Pferd aus der Schiefe herauszuarbeiten, um es möglichst lange gesund zu erhalten. Würden wir die bestehende Schiefe hingegen auftrainieren, so sind Verschleißerscheinungen und Schonhaltung die sichere Folge. Ein nicht korrigiertes Freizeitpferd kann hier genauso Schäden nehmen wie ein dressurmäßig falsch gearbeitetes Pferd.

  Die Reiterin saß mitsamt ihrem Sattel schief auf dem Pferd;
erst nach der Ausbalancierung mit Centered Riding kann sie auch ihr Pferd geraderichten
 

Aus diesem Grund heißt es, „die Dressur ist für das Pferd da“ (und nicht umgekehrt!). Sie hilft uns, das Pferd Geradezurichten. Stellen und Biegen sind Teil der Gymnastizierung, die ein Reitpferd für einen gesunden Körper und Rücken braucht. Der Rücken des Pferdes war nie zum Tragen von Lasten gedacht. Er stellt eine Hängebrückenkonstruktion dar, die wir sorgsam auftrainieren müssen, um hier ohne Schäden Platz nehmen zu können.

Rollt Ihr Pferd sich zu einer Seite ein und ist auf der anderen Seite fest im Hals und auf dem inneren Zügel, so ist dies ein Problem der Schiefe des Körpers und der Unbeweglichkeit der Rippen beim Biegen. Das Problem liegt also ursächlich nicht da, wo es sich äußert: nämlich im Maul. Dieser Einseitigkeit begegnen wir unter anderem durch Arbeit an der Losgelassenheit. Dabei helfen uns die Tellington-Methode und die Bodenarbeit zur primären Vorbereitung des Pferdes auf das Reiten. Beim Reiten helfen uns Stellung, Biegung und Seitengänge, um die Losgelassenheit voranzubringen.

Das Geraderichten wird um so leichter, je mehr das Pferd sich gleichermaßen auf beiden Händen stellen und biegen lässt. Unterstützt wird die Geraderichtung durch das Teleskopieren der Halslinie und das Aufdehnen der Rückenlinie, besonders gut zu sehen im entspannten Trab, wenn das Pferd sich an den Zügel herandehnt und die Verbindung zur Reiterhand sucht. Das funktioniert nur, wenn das Pferd aktiv aus der Hinterhand vorgreift und ausreichend Vorwärtsdrang besitzt. Viele Reiter verhindern diesen zur Ausbildung des Pferdes unerlässlichen Vorwärtsdrang durch ein ungewolltes Rückwärtsreiten, sei es aufgrund von mangelnder Erfahrung oder wegen Angst oder weil sie glauben, ihr Pferd hätte nicht genug Schwung. All dies mündet in Sitz- und Einwirkungsfehlern, die beide blockieren, Reiter und Pferd.

Diesen Prozeß können wir stoppen und durch eine pferdefreundliche Reitausbildung ersetzen, die Sie und Ihr Pferd in ein gesundes und leichtes Bewegungsmuster führt. Dazu müssen Sie kein Dressurcrack werden und ihr Pferd kein Bewegungskünstler sein. Auf der Grundlage des Centered Riding erarbeite ich mit Ihnen ein neutrales Becken, Erdung, Zentrierung und Balance, die auch für die Haltung und den Schutz Ihres Rückens von wesentlicher Bedeutung sind. Unter einem solchen Reiter können sich alle Pferde deutlich besser, leichter und gesünder bewegen. Für viele Reiter bringt die neugewonnene Leichtigkeit den verlorengegangenen Spaß am Reiten in der Bahn wieder. Und gleichzeitig tun wir dem Pferd Gutes für seine körperliche und mentale Ausbildung und Fitness. Dies ist ein wesentlicher Baustein der Motivation, die wir bei unserem Pferd gerne sehen würden, in der Realität oft aber vermissen. Ich helfe Ihnen gerne, dieses Ziel zu erreichen.

Zu starke Rücklage bringt Imbalance, die durch Festhalten andererseits kompensiert wird und das Pferd am Aufwölben hindert...
... ein ausbalanciert pendelnder Oberkörper entlastet Reiter- und Pferderücken ... das Pferd wölbt sich unter dem Reiter auf und dehnt sich an die Hand heran

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